Puzzle Band - Musik mit Herz von Hand


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In der Gründungszeit der Band haben wir als Hausband beim Rock am Speyerbach zum Spaß gespielt, bald entschlossen wir uns aber regelmäßig zu musizieren.

 Die Lieder wählen wir gemeinsam aus. Da die behinderten Mitglieder eher auf Schlager und Oldies stehen, ist das Repertoire darauf ausgelegt. Wir spielen aber keine reinen Volkslieder.

Unsere Besonderheit ist, dass wir eine Rockband mit Dirigenten sind und unser jüngster Musiker 15 Jahre alt ist und unser ältester 90 Jahre.

Unsere behinderten Bandmitglieder, die vor allem aus dem Georg-Jungmann Haus kommen, sind alle unterschiedlich schwer behindert, so dass bei der Liedauswahl stets darauf geachtet wird, dass es sich immer sehr bekannte Lieder mit einfachen, fast ausschließlich deutschen Texten und einfachen Refrains handelt, damit jeder auch seinen Beitrag leisten kann. Außer Maria, sind nicht behinderte Menschen die musikalischen Stützen, aber das macht ja nichts. Dafür sorgen die Menschen mit Behinderung für ausgelassene Stimmung auf der Bühne, die die nicht behinderten Mitglieder nie so schaffen könnten.

Es gibt auch Lieder, die von behinderten Musikern gesungen werden, allerdings brauchen sie Unterstützung durch einen weiteren nicht behinderten Sänger.

Wir nennen uns Puzzle, weil wir immer neu zusammengepuzzelt üben und Auftritte haben. Manchmal sind wir zwölf, manchmal zwanzig Bandmitglieder.

Wir haben gerne öffentliche Auftritte, spielen am liebsten live, das ist immer die große Stunde unserer behinderten Freunde.

Im Sommer 2010 haben wir uns entschlossen eine CD aufzunehmen und haben als Einzelpersonen, Klein- und Gesamtgruppen von Oktober bis März in einem Tonstudio 12 Lieder aufgenommen.

Natürlich macht es stolz eine „selbst gemachte“ CD in den Händen zu halten.

Aber es gab natürlich andere Hintergründe und entsprechende Erfahrungen:

So wurde vielen bei den Aufnahmen bewusst, dass

  • es eine langwierige Arbeit ist und man zäh daran arbeiten muss
  • man nicht einfach so drauf los singen und spielen kann und fertig ist die CD
  • mehrmals hintereinander kurze Sequenzen gesungen/gespielt werden müssen
  • das Gespielte sich oft nicht so anhört, wie man sich das vorgestellt hat
  • ein Abend im Studio nicht einfach abgebrochen werden kann, wenn man keine Lust mehr hat oder müde ist usw.

Der Umgang mit dem Kopfhörer war im Studio zunächst sehr verwirrend. Es führte zu erheblichen Irritationen (nicht nur für die Behinderten), dass man zu der Musik im Ohr singen muss, anstatt zuzuhören. Auch kamen die Einsätze nur verzögert und nicht in der normalen Lautstärke. Die Lieder wurden nicht gemeinsam eingespielt, sondern es gab viele Einzeltermine mit Musikern, Sängern und erst relativ am Ende der Chor.

Bsp.: Andreas (der eigentlich immer seinen Banana-boat song mit einem gebrüllten „Day-O“ beginnt) konnte mit der „gekünstelten“ Situation lange nichts anfangen und hat nur vor sich hin gesummt. Er verstand die Situation mit dem Kopfhörer nicht, auch dass das Aufnahmemikrophon ein Mikrophon ist. Erst als wir ihm ein normales Gesangsmikrophon in die Hand gaben, hat er wie gewohnt lautstark mitgemacht.

Auch Heiko Seiberth vom Studio hat uns geduldig unterstützt. Er ist Musikpädagoge an der Musikschule Hassloch, spielt Gitarre und hat sich viel Mühe gegeben, die Einspielungen optimal zusammenzufügen.

 Wir haben natürlich auch mit den Bewohnern über die Kosten diskutiert: dass wir im Anschluss fleißig die CD verkaufen und Auftritte suchen müssen, um die Rechnungen (für Studio, Presswerk und GEMA) zu bezahlen. Allerdings haben unsere Musiker/innen mit Behinderung nur wenig Verständnis für den Umgang mit Geld - und Menschen zum Kauf der CD zu animieren und Auftritte zu absolvieren ist für sie keine Belastung.

 Am Mittwoch, den 13.04.2011 haben wir dann in einem Lokal unsere CD live vorgestellt und die ersten Exemplare verkauft.


Bandmitglieder

Musiker/innen mit Behinderung:

Maria Karbach, spielt Klavier. Trotz einer geistigen Behinderung kann sie Noten lesen und spielt ihr bekannte Melodien auch ohne Noten auswendig mit (beidhändig). Sie passt sich dabei jeder Tonart an, d.h. sie transponiert intuitiv (!!!). Ein Phänomen, wenn man sie sonst erlebt. Sie hat auch eine schöne Stimme.

Thorsten Schrenk, (Down Syndrom) ist einer der Hauptsänger der Band und ist ein eleganter Tänzer.

Andreas Brake,  „spielt“ Luftgitarre und ist auch Hauptchorsänger und Animateur der Band.

Kyra Kropp, kann sich nur eingeschränkt bewegen und spielt die Windchimes.

Michael Poh, Svenja Meier, Sabine Hauck und Ann-Kathrin Grün sind weitere Sänger der Band. Aber auch andere Bewohner sitzen gerne bei den Proben dabei.

Thomas Eckel, ist der Dirigent der Band.

 

Außerhalb des Wohnheims:

Tim Schneider (Down Syndrom) ist ein 15-jähriger Schüler, der elektrische Gitarre spielt und auch Sänger ist. Seine Eltern Christine (Leadsängerin) und Jürgen (Bass) sind feste Bandmitglieder.

Herbert Poh, ist ein 90-jähriger Mandolinenspieler und ist der Papa von Michael.

Claudia Roth-Meier ist die Mama von Svenja, spielt Akkordeon und singt.

Helmut Wingerter, ist ein Liedermacher, der uns mit seiner 12-saitigen Gitarre und Gesang unterstützt.

 

Mitarbeiter Lebenshilfe:

Timo Hilzendegen: ist Heilerziehungspfleger und Leiter der Tagesförderstätte, er spielt das Schlagzeug.

Alfred Hambsch: Geschäftsführer, spielt Gitarre und singt. Er baut die Instrumente auf und ab und bereitet die Proben vor.


Erleben Sie uns Live

Zur Zeit gibt es keine Termine.


Cd's und Buchungsanfragen

Buchungsanfragen und CD-Bestellungen können Sie tätigen bei:

 

Lebenshilfe Neustadt

Friedrich-Olbricht-Strasse 8

67433 Neustadt an der Weinstrasse

Herr Hambsch

Tel.: 06321/899320

Mail: Alfred.Hambsch@lebenshilfe-nw.de

Preis pro CD: 10,00€


Von den 12 Titeln auf der CD sind wir auf einige besonders stolz:

 

Maria Karbach spielt bei „Sieben Tage lang“ und „Shalom“ mit dem Klavier alleine das Intro.

„Marmor, Stein und Eisen bricht“ trägt unser jüngster Solist Tim (fast) ganz allein vor.

„Pure Lust am Leben“ ist unsere heimliche Hymne, da schreien wir uns gerne den Frust vom Leib.

„Aloha Heja He“ hat einen tollen einfachen, aber stimmungsvollen Refrain.

Day-O-Theo, ist ein typisch aus der Probe hervorgegangener Liedmix: Wir haben den „Banana-boat-song“ angefangen, plötzlich sind wir bei „Theo wir fahrn’ nach Lodz“. Keiner hat es beabsichtigt, aber alle fanden es gut, besonders Andreas.

Bei „Für immer jung“ versuchen wir verschiedensten Sänger/innen einen Solopart zu geben; besonders beeindruckend, wenn unser Senior mit 90 Jahren singt: „Du sollst vor Liebe brennen und vor Begeisterung, dann bleibst du immer jung!“

„Aber bitte mit Sahne“, Udo Jürgens ist der absolute Star (nicht nur) bei unseren Hausbewohnern.


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